ECR-Tag 2013: Eine Nachlese mit LMIV und GDSN

Am 11.09. und 12.09.2013 fand der ECR Tag 2013 in Stuttgart statt und wir waren natürlich auch mit dabei!

Aus unserer (Artikeldaten und GDSN-) Sicht sollten eigentlich zwei Themen den ECR-Tag besonders bestimmen:

  1. Die Migration von SINFOS auf GDSN in 2014, und
  2. Die Lebensmittel Informations Verordnung (LMIV) EU 1169/2011 die zum 13.12.2014 in Kraft tritt.

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Leider waren diese beiden Themen aber nicht so prominent im Tagungsprogramm vertreten, wie wir das eigentlich erwartet hatten.

Lediglich am ersten Tag gab es einen (hervorragenden) Vortrag mit dem Titel „Herausforderung für Industrie und Handel aus der LMIV 1169/2011 im Bereich Fernabsatz“ in dem Frau Nowotny von der Nestlé und Frau Kranepuhl von der REWE Group sehr anschaulich die Herausforderungen und Lösungsansätze dargestellt haben.

Neben den zusätzlichen Attributen, die hier elektronisch zwischen Industrie und Handel ausgetauscht werden müssen, wurden insbesondere auf die Problematik der Rezepturänderungen und der damit verbundenen Notwendigkeit zur Vergabe neuer GTINs bei Rezepturänderungen hingewiesen. Dabei wurde insbesondere auf das Positionspapier der deutschen GDSN-Community hingewiesen, dass Sie auch hier finden können.

Bei der – wie bei GS1-Veranstaltungen üblich – erstklassigen Abendveranstaltung gab es dann sehr spannende Diskussionen zwischen Industrie und Handel zu dem Thema LMIV und insbesondere zu dem Thema der Neu-Vergabe von GTINs bei Rezepturänderungen. Hier wurden die verschiedensten Meinungen und Thesen vertreten und diskutiert, u.a.:

  1. Die Neuvergabe von GTINs führt zu erheblichen zusätzlichen Kosten, die vom Konsumenten zu tragen sind. Die Kosten entstehen durch höheren Listungsaufwand, Fehlbestellungen vom Handel bei der Industrie und damit verbundene Out-of-Stocks im Handel.
  2. Nährwertangaben und Rezepturangaben sollten auf das gesetzliche Minimum reduziert werden und so unscharf wie gesetzlich zulässig formuliert werden, so dass nach Möglichkeit gar keine Rezepturänderungen mehr notwendig sind und auch keine neuen GTINs vergeben werden müssen.

Insgesamt war deutlich zu spüren, dass bei allen Teilnehmern noch eine große Unsicherheit über die richtige Vorgehensweise besteht.

Darüberhinaus habe ich für unseren Kunden LANSA einen Vortrag zu dem Thema „GDSN Konnektor für Industrie- und Handelsunternehmen – Praxisbeispiele aus der Umsetzung.“ gehalten.

In diesem Vortrag habe ich meine Zuhörer gefragt,

  1. Wer hat von der LMIV schon gehört? Ca. 80% der Zuhörer haben sich gemeldet.
  2. Wer hat schon ein Projekt bzgl. LMIV gestartet? Hier waren es noch ca. 30% der Zuhörer.
  3. Und wer kann schon LMIV konform arbeiten? Hier war es dann niemand, der sich gemeldet hat.

Eine meiner Thesen war, dass man bis zum 13.12.2014 es nicht mehr schaffen kann, eine vollständige PIM Implementierung fristgerecht fertig zu bekommen, wenn das Projekt nicht bereits läuft. Schliesslich geht es nicht nur um Systemauswahl und Implementierung, sondern auch darum, alle notwendigen organisatorischen und prozessualen Fragen zu klären und tatsächlich auch alle Daten zu erstellen.

Im Gegensatz zur LMIV und deren Auswirkungen, die unter den Teilnehmern sehr lebhaft diskutiert wurden, wurde das Thema der SINFOS nach GDSN Migration praktisch gar nicht diskutiert. Hier wurde lediglich in einem der Vorträge von 1WorldSync auf die Migration-Website und die anstehenden Migration-Events verwiesen.

Mein Fazit: Die nächsten 15 Monate werden spannend werden und Industrie und Handel haben mit der LMIV und der SINFOS-GDSN-Migration zwei wirkliche Herausforderungen vor der Brust!

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