Eine Schraube ist eine Schraube ist eine Schraube: Die Klassifizierung von Produkten

Stellen Sie sich folgende – nicht völlig fiktive – Situation vor:
Sie haben ein neues Möbelstück zur Selbstmontage gekauft und stellen zu Hause fest, dass eine Schraube fehlt, ohne die Sie die Montage nicht durchführen können. Sie wollen nicht warten, bis der Hersteller Ihnen das fehlende Teil per Post zuschickt und gehen daher kurz vor Ladenschluss in einen Baumarkt, um die fehlende

Schraube dort zu besorgen. Dabei könnte folgendes Gespräch entstehen:

Kunde: „Ich brauche eine Schraube.“
Verkäufer: „Was für eine Schraube?“
Kunde: „Zur Montage eines Möbelstückes.“
Verkäufer: „Also brauchen Sie eine Holzschraube?“
Kunde: „Nein, ich muss ein Metallteil verschrauben, ich brauche eine Metallschraube.“
Verkäufer: „Welche Größe? Welche Kopfform? Welches Gewinde? Welches Material? Kreuz, Schlitz, Inbus? …“

Sie können sich sicherlich leicht vorstellen, wie lange dieses Gespräch dauern würde und wann dann endlich die richtige Schraube gefunden wäre.
Was sind die Auswirkungen? Sowohl Kunde als auch Verkäufer sind vielleicht ein bisschen genervt, der Verkaufsvorgang dauert sehr lange, weitere Kunden warten auf Beratung und sind ebenfalls nicht erfreut, der Baumarkt verkauft weniger, Kunden gehen zur Konkurrenz. Unter dem Strich also alles andere als optimal.

Wäre es nicht einfacher, wenn…

Die Wunschvorstellung aller Beteiligten wäre sicherlich, dass der Kunde ganz detailliert und präzise angeben kann, was für eine Schraube er braucht, der Verkäufer dann zielsicher ins Regal greift, dem Kunden exakt die passende Schraube gibt, sich daraufhin den anderen Kunden widmen kann … und Sie endlich Ihr neues Möbelstück montieren können.
Was im privaten Bereich bei einem relativ unspektakulären Artikel schon derart negative Auswirkungen hat, multipliziert sich sogar noch, wenn Unternehmen miteinander sprechen, um z.B. Ersatzteile für komplexe Maschinen zu bestellen, was unter Umständen sehr zeitkritisch sein kann. Hier ist eine möglichst prägnante Beschreibung des benötigten Artikels um so wichtiger.
Wenn aufgrund fehlender Klassifizierung falsche Ersatzteile bestellt werden, kann das äußerst negative Auswirkungen haben. Zunächst einmal verursacht das natürlich unnötige Kosten und Zeitaufwand. Es kann aber auch sein, dass eine Maschine stillsteht und es zum Produktionsausfall kommt. Im schlimmsten Fall könnten falsche Ersatzteile sogar zur Beschädigung von Maschinen bis hin zum Totalschaden führen.
Stellen Sie sich eine Arbeitsumgebung vor, die mittels Spezialleuchten hell ausgeleuchtet sein muss. Wird hier die falsche Ersatzleuchte bestellt, kann das sehr schnell Auswirkungen auf die Arbeitssicherheit haben.
Und selbst wenn Artikel klassifiziert sind, dabei aber ein rein nationaler oder branchenspezifischer Standard zum Einsatz kommt, dann ist dieser Standard im globalisierten Warenverkehr oft nutzlos.

Produktklassifikation mit eCl@ss

Die Lösung ist die konsequente Klassifizierung von Produkten, aber auch von Dienstleistungen. Und die eigentliche Herausforderung besteht darin, dass die beteiligten Parteien den gleichen Klassifizierungsstandard nutzen, der dann idealerweise branchenübergreifend und international ist.
Und genau das bietet der eCl@ss Standard. eCl@ss hat sich als einziger ISO/IEC-normenkonformer Industriestandard national und international durchgesetzt, ist in der Industrie, im Handel, im Handwerk, bei Lebensmitteln, Dienstleistungen u.v.m. seit dem Jahr 2000 etabliert und deckt einen Großteil der gehandelten Waren und Dienstleistungen ab. Viele Branchenstandards (z.B. aus Elektroindustrie, Medizintechnik, Bauwesen, Papierwaren/Bürotechnik) suchen die Interoperabilität, um die Potenziale eines branchenübergreifenden Standards umzusetzen.
Neben dem Ziel der Vereinfachung des elektronischen Handels dient eCl@ss oft auch als standardisierte Grundlage für eine Warengruppenstruktur in ERP-Systemen.
In der Praxis habe ich oft beobachtet, dass eCl@ss letztlich sogar zu einer Steigerung der Geschäftsergebnisse beitragen kann, da nach eCl@ss klassifizierte Produkte leichter gefunden und als „passend“ identifiziert werden können.

Weitere Informationen rund um das Thema eCl@ss sowie Wege, eine umfassende Klassifizierung Ihrer Produkte umzusetzen, finden Sie auf unserer Webseite http://www.eclass.bayard-consulting.com.

eCl@ss Blog Grafik

Also verlieren Sie nicht die Nerven und zertrümmern Sie nicht vor lauter Frust Ihr neues Möbelstück – die richtige Schraube kann SCHNELL und PROBLEMLOS gefunden werden!