Das GDSN Major Release 3: KEIN Grund zur Panik!

Am 06. Mai 2016 ist es soweit – der erste nicht abwärtskompatible Release-Wechsel im GDSN seit 10 Jahren steht bevor. Das Major Release 3 beschäftigt schon heute die Branche.

Neue Anforderungen, neue Gesetze und Verordnungen, aber auch erhöhtes Informationsbedürfnis des Endverbrauchers sind die Treiber für eine ständige Weiterentwicklung des GDSN. Seit 10 Jahren waren die dafür notwendigen Release-Wechsel immer abwärtskompatibel und daher nur für bestimmte Produktgruppen oder Benutzer relevant.

Das bevorstehende MjR3 bringt nun aber Änderungen mit sich, die von allen Datenlieferanten und Datenempfängern umgesetzt werden müssen. Wie sehr die Zeit dabei drängt, erkenne ich daran, dass viele GDSN Anwender schon jetzt Projekte gestartet haben, um für den Release-Wechsel gewappnet zu sein.

MR3_Blog

Was ändert sich und welche Auswirkungen haben diese Änderungen?

Bei einem unserer Kunden begleite ich beratend die Umstellung auf MjR3. In einer ersten Projektphase analysiere ich, was sich denn konkret im MjR3 ändert. Da es sich um einen Datenempfänger handelt, der sehr viele Produktinformationen aus dem GDSN empfängt, ist es sehr interessant zu sehen, worauf sich der Release-Wechsel in der Praxis auswirkt.

Im MjR3 werde die GDSN Nachrichten schematisch anders aufgebaut als in der Vorgängerversion. Änderungen an Codelisten haben stattgefunden – teilweise wurden Codes gelöscht, teilweise verändert und teilweise auch neu hinzugefügt. Die Produkteigenschaften werden an mehreren Stellen ganz anders dargestellt und abgebildet als bisher. Es muss also einerseits die Schnittstelle zum GDSN entsprechend angepasst werden, um den Empfang und die Übernahme der Daten weiterhin sicherzustellen, andererseits müssen auch die weiterverarbeitenden Systeme an die neue Datenstruktur des MjR3 angepasst werden, da diese bisher nur Nachrichten in der Version 2.8 verarbeiten können.

Bei unserem Händler stellt sich noch die zusätzliche Herausforderung, dass eine Anbindung an ein händlerspezifisches Stammdatenportal besteht, aus dem auch weiterhin Nachrichten im Release 2.8 empfangen werden. Weiterverarbeitende Systeme müssen also entweder beide Versionen parallel empfangen und verarbeiten können, oder die Daten werden migriert – von 2.8 auf 3.1 oder umgekehrt. Hier gilt es, eine zukunftssichere Strategie zu finden.

Phase 1:  Die Analyse

Ich unterstütze unseren Kunden durch Analyse der verfügbaren Informationen (Codelisten, XML-Schemata, etc.) und trage so dazu bei, dass der Release-Wechsel in einem realistischen Licht gesehen wird.

„Nicht abwärtskompatibel“ hört sich ja zunächst einmal schlimm an, bedeutet jedoch nicht, dass kein Stein mehr auf dem anderen bleibt oder jede Änderung so tiefgreifend ist, dass sie nur mit allerhöchstem Aufwand bewältigt werden kann.

Durch meine Analyse können zu erwartende Aufwände und das Ausmaß der Auswirkungen nun sehr konkret eingeschätzt werden. In der zweiten Projektphase geht es dann um die eigentliche Umsetzung. Ich werde den Kunden sowohl bei den GDSN Schnittstellen als auch bei der Anpassung der datenkonsumierenden Systeme unterstützen – eine sehr spannende Aufgabe, die ich in weiteren Blogartikeln dokumentieren werde.

Das GDSN Major Release 3

Herausforderung? – Ja! Grund zur Panik? – Wenn man sich rechtzeitig auf den Weg macht: NEIN!

Fortsetzung folgt…