Product Information Management und Content Syndication

Korrekte und vollständige Produktinformationen sind die Basis für Marketing, Sales und Logistikprozesse. Die schnelle und flexible Verteilung dieser Daten – Product Content Syndication – ein kritischer Erfolgsfaktor in der heute immer enger vernetzten Welt.

Unter Content-Syndication wird der Austausch oder die Mehrfachverwendung medialer Inhalte verstanden.

Bei der Verwendung des Begriffs im Internet wurde dabei bisher hauptsächlich die Verbindung von Inhalten verschiedener Websites verstanden. Dabei wurde das jeweilige Angebot mit business- und branchenrelevanten Informationen aufgewertet, so zum Beispiel Börsenkurse, aktuelle Nachrichten, aber auch speziell ausgewählte Inhalte anderer Webseiten. Der Anbieter des Contents kann damit seine Reichweite erhöhen, seine Reputation verbessern und eventuell sogar seine Zugriffszahlen steigern. (Quelle: Wikipedia)

In jüngerer Zeit taucht dieser Begriff auch im Kontext von Product Information Management auf. Was steckt dahinter?

Produktinformationen werden mehr und mehr strukturiert erfasst, bearbeitet und in einer zentralen „Single Source of Truth“ verwaltet. PIM-Systeme, ob traditionell on-premise oder in der Cloud sind inzwischen gängige, vielfach eingesetzte Technologien. Sie integrieren die internen Systeme (bspw. ERP, DAM, etc.), erlauben die Harmonisierung von Daten verschiedener Unternehmensbereiche, optimieren Erfassungs- und Bearbeitungsprozesse und stellen Quantität, Qualität und Aktualität der erfassten Daten sicher.

Nachdem diese Basisarbeit getan ist, ist es nun für viele Unternehmen an der Zeit einen nächsten Schritt zu gehen:

  • Die Produktinformationen in einem breiten Anwendungsspektrum nutzen, online genauso wie stationär.
    Dabei muss sichergestellt werden, dass die Daten immer korrekt und konsistent über verschiedenste Kanäle an diverse Empfänger bereitgestellt werden.
  • Die Produktinformationen zeitnah bereitzustellen und genauso zeitnah auf Anforderungen der Empfänger reagieren zu können.
  • Produktinformationen werden immer umfangreicher und müssen daher gezielt in die verschiedenen Kanäle bereitgestellt werden.

Fehlende oder inkorrekte Daten beeinflussen in der immer stärker vernetzten Welt das Konsumentenverhalten, Umsätze, Zusammenarbeit mit Partnern oder haben rechtliche Auswirkungen.

 

An diese Anforderungen knüpft Content Syndication an

Während der Fokus von PIM-Systemen auf der Erfassung und Verwaltung von Produktinformationen liegt, stellt Content Syndication die notwendigen Funktionalitäten und Prozesse zur Verteilung dieser Daten bereit:

  • Die Auswahl der unterschiedlichen je Empfänger benötigten Datenmengen, z.B. Artikelkatalog, genauso wie die Attributsätze verschiedener Artikelkategorien.
  • Mappings- und Formattransformationen in unterschiedlichste vom Empfänger (bspw. Online Shops, Marktplätze, Einzelhändler, Social Media Plattformen, etc.) gewünschte und in schnellen Zyklen variierende Datenformate.
    Ohne auf fortdauernde Software-Entwicklung und -Updates im Tool angewiesen zu sein.
  • Die Bedienung unterschiedlichster Transportmedien um die Daten von der Quelle zum Ziel zu transportieren.
  • Die Integration und Automatisierung dieser externen Bereitstellungsprozesse, die auch heute noch oftmals auf manuellem Versand von Emails oder Uploads basieren.
  • Die 24/7- genauso wie Realtime-Verfügbarkeit von Artikeldaten zu gewährleisten.

 

Wichtig: Content Syndication Tools sollen dabei nicht das im Einsatz befindliche PIM-Tool ersetzen, duplizieren oder Funktionalitäten nachbilden, sondern sinnvoll um die fehlende Funktionalität und Flexibilität ergänzen.

Beispielsweise die Pflege von Produktinformationen im Content Syndication Tool verbietet sich, da hierdurch die Gefahr redundanter, nicht aktueller und nicht qualitätsgesicherter Daten entsteht. Die Notwendigkeit einer solchen Pflege ist ein Zeichen für noch zu erledigende Hausaufgaben im PIM-System.

 

Content Syndication und das Global Data Synchronisation Network (GDSN)

Das weltweit genutzte Netzwerk „GDSN“, erlaubt den Austausch von Artikeldaten auf Basis der von der GS1 Organisation definierten und weiterentwickelten Standards zu Identifikation, Datenmodellen und Datenformaten. Auch wenn der Umfang ausgetauschter Daten stetig vergrößert wird, dient das Netzwerk im Schwerpunkt dem Austausch standardisierter Artikeldaten innerhalb der Lieferkette von Lieferanten und Herstellern hin zu Handelspartnern. Informationen wie z.B. die Verpackungshierarchie bilden den Kern der ausgetauschten Informationen.

Im Kontext von Content Syndication kann das GDSN als ein Ausgabekanal angesehen werden, über welchen natürlich mehrere an das GDSN angeschlossene Handelspartner adressiert werden können. Von Fall zu Fall muss dann allerdings immer noch bilateral geklärt werden, welche zusätzlichen Anforderungen an erweiterte Produktinformationen bestehen, die dann über einen weiteren Kanal versorgt werden müssen.

 

Fazit

Content Syndication schließt die Lücke zwischen Product Information Management und der heutigen Omni-Channel Landschaft mit ihren vielfältigen Anforderungen an qualitativ hochwertige Produktinformationen, die schnell, gezielt, konsistent, korrekt und wie gewünscht bereitgestellt werden müssen.

Im nächsten Blog-Artikel werde ich einige Content Syndication Tools kurz vorstellen.