Vollständige Transparenz wird zum Erfolgsfaktor

Vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Artikel über Transparenz und an Bayard Consulting. Neben einer erweiterten und ausführlicheren Version des Trendreport Artikels, finden Sie hier auch einen begleitenden Artikel, der sich mit einer umfassenden Betrachtung der technischen Aspekte befasst:

GDSN – WIE GEHT ES WEITER? – von Holger Joest

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VOLLSTÄNDIGE TRANSPARENZ WIRD ZUM ERFOLGSFAKTOR

Im Handel ist neben der fortschreitenden Digitalisierung der Drang nach mehr Transparenz zu Produkten ein wichtiger Megatrend.

Die gesetzlichen Anforderungen steigen, Zulieferer müssen stärker kontrolliert und Sortimente schneller am Kunden ausgerichtet werden. Die Produktqualität ist besser abzusichern und Produkte müssen emotionaler aufgeladen und für den digitalen Verkauf aufbereitet werden. Online hat der Kunde schließlich keine Möglichkeit, den Artikel physisch zu betrachten. Und die Kunden fragen immer häufiger, woher das Produkt kommt, wie es hergestellt wurde oder welche Allergene enthalten sind. Branchen-intern spricht man mittlerweile von einer Explosion der Attribute.
Große Handelshäuser bewirtschaften bis zu 1.500.000 Artikel. Da liegt es auf der Hand, dass der Händler die vielfältigen Details kaum für alle Artikel alleine erfassen und aktuell halten kann. Die gesamte Wertschöpfungskette muss diese Leistung erbringen. Jedes Glied dieser Kette hat relevante Informationen. Ein Bauer weiß, unter welchen Bedingungen seine Kuh Milch gibt. Die Molkerei weiß, welche Milch sie auf welche Art und Weise zu Käse verarbeitet, der Lebensmittelproduzent weiß, welchen Käse er für seine Tiefkühlpizza verarbeitet und der Händler weiß, welche Tiefkühlpizza er bestellt und dem Kunden anbietet.

HANDEL UND INDUSTRIE SETZT AUF KOLLABORATIV VERNETZTE INFORMATIONSPROZESSE

Eine erste Abhilfe schaffte seit 2003 ein Netzwerk von Produkt-Datenbanken, das Global Data Synchronisation Network (gs1.org/gdsn). In der Praxis zeigt sich dieser Ansatz als aufwändig und oft zu langsam für den dynamischen Informationsbedarf des Onlinehandels. Zudem haben die Händler individuelle Bedarfe, die sie direkt mit ihren Lieferanten klären, etwa detaillierte Produktbeschreibungen und Bilder für den Rasenmäher im Onlineshop. Diese Informationen fließen oft nur mit hohem manuellen Aufwand. Der Informationsfluss stockt. Der Kunde fühlt sich unzureichend informiert und unterlässt im Zweifelsfall den Kauf. Wir beobachten in unseren Projekten, dass Handel und Industrie immer stärker auf kollaborativ vernetzte Informationsprozesse mit verknüpfbaren, frei strukturierten Daten setzen. Insbesondere eine Verschiebung weg von Push-Techniken, wie sie derzeit im GDSN zum Einsatz kommen, hin zu Pull-basierten Ansätzen, verspricht eine deutliche Verbesserung.

MENSCHLICHE SPRACHE WIRD VORBILD FÜR DIE MASCHINEN-KOMMUNIKATION

Kollaborative Prozesse brauchen flexible Technologien zur Beschreibung, Abbildung und Nutzung der Produktdaten. Hier prägt etwa Google seit einigen Jahren das „Semantic Web“ mit Technologien, die vergleichbar mit der menschlichen Sprache die Systeme vernetzen können (w3.org/RDF/). Menschliche Wörter sind in technisch sogenannte Attribute, die über eine gewisse Kombination eine Information ergeben (schema.org). Solche Sätze werden strukturiert miteinander verknüpft und zu einem größeren Ganzen zusammengesetzt (linkeddata.org). Google kann so die Informationen im Internet besser verstehen. Auch die Branchenorganisation GS1 hat die Chancen dieser Technologien früh erkannt, und zeigt mit GTIN+ wie GS1 Standards in diesem Kontext genutzt werden können (gs1.org/gtin-plus). Nun muss der Händler seinen vernetzten Partnern nur noch die richtigen Fragen stellen, und die Systeme beginnen digital miteinander zu reden.

DER KUNDE IST DER GEWINNER

Im Sinne des Kunden könnte somit perspektivisch die Information einer Charge Käse der Molkerei mit der Charge Tiefkühlpizza des Herstellers und dem Verkaufsartikel des Händlers automatisiert verknüpft werden. Per Smartphone aus der Cloud erhält der Kunde die volle Transparenz. Ganz nach seinen Kriterien kann er sich für den Kauf eines Produkts entscheiden.

Falls wir Ihr Interesse geweckt haben sollten, können Sie uns über unsere Kontaktseite erreichen.

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